Hallo zusammen und willkommen zurück am Wasser! Hier ist wieder euer FritzMeier. In den ersten beiden Teilen haben wir die harte Schule der Fishing Planet-Wirtschaft durchlaufen und gelernt, wie wir unser Tackle so abstimmen, dass uns kein Monsterfisch mehr die Rute bricht. Wer diese Lektionen verinnerlicht hat, ist finanziell und materiell auf der sicheren Seite.
Jetzt wird es aber höchste Zeit, dass wir endlich nasse Hände bekommen! Heute schauen wir uns an, was passiert, wenn wir am Ufer stehen. Ob ich nun entspannt am See sitze, mich mit anderen passionierten Anglern über die besten Spots austausche oder wir gemeinsame Ausflüge in der deutschsprachigen Fishing Planet Discord Community planen — am Ende entscheidet immer die richtige Technik am Wasser über Erfolg oder Misserfolg.
In Fishing Planet gibt es nicht „die eine“ Methode, um Fische zu fangen. Verschiedene Fischarten erfordern völlig unterschiedliche Herangehensweisen. Wir teilen die Angeltechniken in drei große Kategorien ein: Posenangeln, Spinnfischen und Grundangeln. Und zum Schluss zeige ich euch, wie ihr den Fisch im Drill sicher in den Kescher führt.
Kapitel 1: Posenangeln (Float Fishing) — Die Kunst der Präzision
Das Posenangeln ist die Technik, mit der jeder von euch am Lone Star Lake anfängt. Es wirkt simpel: Pose ins Wasser werfen, warten, bis sie untergeht, und den Fisch herausziehen. Doch der Schein trügt. Das Posenangeln in Fishing Planet erfordert viel Fingerspitzengefühl und vor allem Wissen über das Gewässer.
Die absolute Grundlage: Die Tiefe einstellen
Der häufigste Grund, warum Anfänger beim Posenangeln nichts fangen, ist die falsch eingestellte Vorfachtiefe. Fische halten sich in unterschiedlichen Wasserschichten auf.
- Oberflächenfische (wie viele Panfish-Arten oder kleine Raubfische) jagen in den oberen 20 bis 50 Zentimetern.
- Mittelwasserfische (wie Forellen) ziehen oft auf halber Tiefe umher.
- Grundfische (wie Welse oder Karpfen) fressen ausschließlich direkt am Boden.
Bevor ihr auswerft, könnt ihr mit den Tasten O und P (oder den entsprechenden Tasten auf dem Controller) die Tiefe eurer Pose zentimetergenau einstellen. Drückt ihr auf der Karte die Taste M, seht ihr auf der Gewässerkarte die Tiefenlinien des Sees. Wenn das Wasser vor euch 2,50 Meter tief ist, ihr auf Wels angeln wollt, eure Pose aber auf 50 Zentimeter eingestellt ist, schwebt euer Köder 2 Meter über dem Kopf des Welses. Er wird ihn niemals anrühren!
Tipp: Wenn ihr die Tiefe so hoch einstellt, dass sie die Wassertiefe überschreitet (z.B. 2,50 m Tiefe eingestellt, obwohl das Wasser nur 1,50 m tief ist), legt sich die Pose flach auf das Wasser. Das bedeutet, euer Köder und das Blei liegen auf dem Grund auf — perfekt für Welse am Anfang!
Die Bisserkennung und der Anhieb (Strike)
Ein Fehler, der am Anfang ständig passiert: Die Pose zuckt, der Spieler reißt sofort die Rute hoch — und der Köder fliegt ihm leer entgegen. Wenn die Pose leicht wackelt oder kleine Kreise zieht, knabbert der Fisch nur am Köder. Das ist noch kein Biss! Behaltet die Nerven. Wartet ab, bis eines von zwei Dingen passiert:
- Die Pose wird rasant und komplett unter die Wasseroberfläche gezogen (der Fisch schwimmt mit dem Köder nach unten).
- Die Pose wandert plötzlich zügig in eine Richtung davon.
Genau in diesem Sekundenbruchteil müsst ihr den Anhieb (Strike) setzen! Zieht die Rute kräftig nach oben (Rechte Maustaste oder L2/LT auf dem Controller). Dadurch treibt ihr den Haken in das Maul des Fisches. Seid ihr zu langsam, spuckt der Fisch den Köder wieder aus. Seid ihr zu schnell, zieht ihr ihm den Köder vor der Nase weg.

Kapitel 2: Spinnfischen (Lure Fishing) — Dynamik und Rhythmus
Das Spinnfischen ist das genaue Gegenteil des Posenangelns. Ihr wartet nicht passiv auf den Fisch, sondern ihr sucht ihn aktiv. Mit Kunstködern (Blinkern, Spinnern, Gummifischen) imitiert ihr verletzte Beutefische, um Raubfische wie Hechte, Forellenbarsche (Bass) oder Zander zum Anbiss zu provozieren. Diese Methode ist extrem actionreich und erfordert eure volle Aufmerksamkeit.
Hier kommt es auf die Köderführung an. Wenn ihr den Blinker einfach nur stupide und im gleichen Tempo durch das Wasser kurbelt, werdet ihr kaum Erfolge feiern. Das UI des Spiels hilft euch dabei enorm: Sobald ihr einkurbelt, erscheinen oben rechts auf dem Bildschirm kleine Punkte (die Führungspunkte). Je mehr Punkte aufleuchten, desto perfekter führt ihr den Köder und desto unwiderstehlicher wirkt er auf Raubfische.
Hier sind die drei wichtigsten Führungstechniken für den Einstieg:
1. Stop & Go (Die Allzweckwaffe)
Diese Technik funktioniert mit fast jedem Kunstköder und ist ein absoluter Magnet für Hechte und Barsche.
- Wie es geht: Werft aus. Stellt die Einholgeschwindigkeit auf Stufe 2 oder 3. Haltet die Einholen-Taste gedrückt, bis der Köder etwa 2 bis 3 Meter geschwommen ist. Lasst die Taste dann los. Der Köder sinkt ab. Sobald er ein Stück gesunken ist (bevor er den Boden berührt), kurbelt ihr wieder für 2–3 Meter.
- Die UI-Anzeige: Wenn ihr den Rhythmus richtig trefft, leuchtet oben rechts der Schriftzug „Stop & Go“ auf. Genau in den Absinkphasen (dem “Stop”) erfolgen 90 % der Bisse!
2. Straight Slow (Langsam und konstant)
Perfekt für extrem leichte Köder oder wenn das Wasser sehr kalt ist und die Raubfische träge sind.
- Wie es geht: Stellt die Einholgeschwindigkeit auf Stufe 1. Kurbelt einfach ganz langsam und ohne Pause ein.
- Einsatzgebiet: Besonders effektiv mit kleinen Löffelblinkern (Spoons) auf Forellen im Mittelwasser.
3. Twitching (Das Zupfen)
Eine extrem aggressive Führung, die besonders Forellenbarsche (Bass) verrückt macht. Ideal für Köder wie Casting Spoons oder Wobbler (Crankbaits/Minnows).
- Wie es geht: Stellt die Geschwindigkeit auf 2 oder 3. Während ihr konstant einkurbelt, drückt ihr im Sekundentakt die rechte Maustaste (Ruten-Aktion). Euer Angler reißt die Rute kurz an, was dem Köder unter Wasser einen panischen Ruck versetzt.
- Die UI-Anzeige: Trefft ihr den Takt, erscheint oben rechts “Twitching” (Zupfen) mit drei vollen Punkten.
Kapitel 3: Grundangeln (Bottom & Feeder Fishing) — Für die wahren Giganten
Sobald ihr etwas fortgeschrittener seid, werdet ihr euch an Karpfen, Störe oder kapitale Welse wagen wollen. Hier stößt das Posenangeln an seine Grenzen, da ihr auf große Distanzen am Grund angeln müsst. Hier kommt die Grund- oder Feeder-Rute zum Einsatz.
Der Aufbau der Montage
Beim Grundangeln verzichten wir komplett auf die Pose. Stattdessen haben wir am Ende der Hauptschnur ein schweres Blei (Sinker) oder einen Futterkorb (Feeder), gefolgt von einem Vorfach (Leader) und dem Haken. Das schwere Blei sorgt dafür, dass ihr den Köder extrem weit auswerfen könnt (oft über 60 oder 70 Meter) und dass er sofort wie ein Stein auf den Gewässergrund sinkt, wo er absolut still liegen bleibt.
Rutenständer und Glöckchen (Rod Pods & Bells)
Da ihr die Rute nach dem Auswerfen nicht in der Hand behaltet, um auf den Biss zu warten, benötigt ihr einen Rutenständer (Rod Stand). Diesen könnt ihr im Shop bei der Ausrüstung kaufen.
- Stellt den Rutenständer am Ufer auf.
- Werft eure Grundrute aus und wartet, bis das Blei hörbar auf dem Grund aufschlägt (die Schnurspannung lässt kurz nach).
- Spannt die Schnur nun leicht an, indem ihr ein, zwei Umdrehungen einkurbelt.
- Drückt nun die entsprechende Taste (meist die Zifferntasten 1–4), um die Rute auf dem Ständer abzulegen.
Damit ihr merkt, wenn ein Fisch beißt, stattet ihr die Spitze der Rute im Inventar vorher mit einer kleinen Bisszeiger-Glocke (Bell) aus. Wenn ein Fisch den Köder am Grund aufnimmt und wegschwimmt, biegt sich die Rutenspitze und das Glöckchen beginnt laut zu bimmeln. Nehmt die Rute vom Ständer in die Hand, setzt sofort einen kräftigen Anhieb (Rechtsklick) und der Drill beginnt!
Tipp: Der große Vorteil des Grundangelns mit Rutenständern ist, dass ihr später im Spiel zwei, drei oder sogar vier Ruten gleichzeitig im Wasser haben könnt! Das maximiert eure Fangrate enorm.
Kapitel 4: Der Drill — Vom Biss bis in den Kescher
Der Fisch hängt am Haken! Jetzt entscheidet sich, ob sich euer theoretisches Wissen aus Teil 2 (Tackle-Balance) in der Praxis bewährt. Der Drill in Fishing Planet ist eine Simulation für sich.
1. Den Druck aufrechterhalten (Rutenspannung)
Die oberste Regel im Drill lautet: Die Schnur darf niemals durchhängen! Sobald die Schnur ihre Spannung verliert (die Spannungsanzeige unten rechts fällt auf Null), hat der Fisch die Chance, den Haken abzuschütteln. Ihr erhaltet dann die gefürchtete Meldung: “Fisch entkommen”. Kurbelt also stetig ein und haltet die Rute oben. Wenn der Fisch auf euch zuschwimmt, müsst ihr oft die Einholgeschwindigkeit (Mausrad) kurz erhöhen, um die Schnur wieder auf Spannung zu bringen.
2. Pumpen (Die Rute arbeiten lassen)
Ein kapitaler Fehler ist es, einfach nur die linke Maustaste gedrückt zu halten und darauf zu warten, dass der Fisch ans Ufer gezogen wird. Die Rolle allein hat oft nicht genug Kraft, um einen schweren Fisch gegen den Wasserwiderstand zu ziehen. Ihr müsst Pumpen.
- Ziehen: Zieht die Rute kräftig nach oben oder hinten (Rechtsklick gedrückt halten). Ihr nutzt die Hebelwirkung der Rute, um den Fisch ein paar Meter zu euch zu zerren. Euer Angler lehnt sich dabei zurück.
- Kurbeln: Lasst die rechte Maustaste los und senkt die Rute wieder ab. Genau in dieser Abwärtsbewegung kurbelt ihr wie wild Schnur ein!
Wiederholt diesen Vorgang: Hochziehen — absenken und kurbeln — hochziehen — absenken und kurbeln. Das schont die Rolle und ermüdet den Fisch deutlich schneller.
3. Das dynamische Bremsen
Wie wir in Teil 2 gelernt haben: Beobachtet die Belastungsbalken unten rechts! Wenn der Fisch plötzlich zu einer wilden Flucht ansetzt (ein sogenannter “Run”), schießen die Balken für Schnur und Rolle in den roten Bereich. Eure Rolle beginnt laut zu kreischen.
- Bleibt ruhig. Stellt die Bremse sofort ein oder zwei Stufen schwächer (Minus-Taste). Lasst den Fisch Schnur nehmen und sich müde schwimmen.
- Sobald er aufhört zu fliehen und stehen bleibt, zieht ihr die Bremse wieder an (Plus-Taste) und beginnt sofort wieder mit dem Pumpen.
4. Der Landekescher
Der Fisch ist fast am Ufer. Er durchbricht die Wasseroberfläche und platscht kräftig. Jetzt kommt der letzte kritische Moment. Bringt den Fisch so nah wie möglich an eure Füße. Sobald er in Reichweite eures Landekeschers ist, erscheint in der Bildschirmmitte ein riesiges Symbol (meist die Leertaste). Hämmert auf diese Taste! Euer Angler streckt den Kescher aus und hebt den Fisch aus dem Wasser. Geschafft! Die Credits und XP gehören euch.
Fazit der Praxis: Egal ob ihr konzentriert auf die Pose starrt, eure Blinker rhythmisch durchs Kraut zupft oder gespannt auf das Bimmeln der Grundruten-Glöckchen wartet — jede Technik hat ihren eigenen Reiz und ihre eigenen Regeln. Übt diese Techniken am Lone Star Lake, bis sie euch in Fleisch und Blut übergegangen sind. Es ist ein unglaubliches Gefühl, wenn man das erste Mal einen starken Gegner durch perfektes Pumpen und Bremsen sicher an Land bringt.
Falls ihr bei den Techniken mal nicht weiterwisst, euch über die besten Setups austauschen wollt oder einfach entspannte Mitangler für den nächsten Trip sucht, schaut unbedingt mal in der deutschsprachigen Fishing Planet Discord Community vorbei.
Unter https://discord.gg/YdzFdmxGaQ findet ihr eine großartige und sehr hilfsbereite Truppe, in der auch ich mich gerne aufhalte. Der perfekte Ort für alle Fragen, die dieser Guide vielleicht noch offen lässt!
Im nächsten Teil: Wir erheben unseren Blick zum Himmel! Das beste Tackle und die perfekte Technik nützen euch nichts, wenn ihr zur falschen Zeit am Wasser steht. Wir lernen, das Wetter-Diagramm zu lesen, Peak-Zeiten zu nutzen und warum ein plötzlicher Regenschauer euer bester Freund sein kann.
Bleibt dran und Petri Heil, euer FritzMeier!