Du hast dich für Ghost als Content-Management-System entschieden. Damit steht allerdings schon die nächste wichtige Entscheidung an:
Möchtest du Ghost(Pro) verwenden oder Ghost auf einem eigenen Server betreiben?
Auf den ersten Blick scheint die Antwort einfach zu sein. Ghost(Pro) kostet monatlich Geld, während die selbst gehostete Ghost-Software kostenlos verfügbar ist.
Dieser Vergleich greift jedoch zu kurz.
Beim Self-Hosting bezahlst du zwar keine Lizenz für Ghost, benötigst aber einen Server, einen Dienst für den Newsletterversand, eine Backupstrategie und möglicherweise weitere Dienste für Statistiken, Sicherheit oder eine schnelle weltweite Auslieferung.
Noch wichtiger ist die Zeit, die du für Installation, Wartung und Fehlerbehebung aufbringen musst.
In diesem Artikel schauen wir uns deshalb nicht nur die Preise an. Wir vergleichen beide Varianten bei Einrichtung, Wartung, Newslettern, Backups, Sicherheit, Kontrolle und den aktuellen Funktionen von Ghost 6.
Was ist Ghost(Pro)?
Ghost(Pro) ist der offizielle verwaltete Hostingdienst der Ghost Foundation.
Du erhältst eine fertig eingerichtete Ghost-Website und kannst direkt mit der Gestaltung und Veröffentlichung beginnen. Die technische Infrastruktur wird vom Ghost-Team betrieben.
Ghost(Pro) übernimmt unter anderem:
- Installation und Einrichtung von Ghost
- regelmäßige Ghost-Updates
- Serverwartung
- SSL-Zertifikate
- automatische Backups
- weltweite Auslieferung über ein CDN
- Schutz der Infrastruktur
- Überwachung der Erreichbarkeit
- professionelle Newsletter-Infrastruktur
- Verwaltung der E-Mail-Zustellbarkeit
- technischen Produktsupport
Du musst keinen eigenen Server administrieren und keine Datenbank installieren. Auch um Node.js, NGINX und Systemdienste kümmerst du dich nicht selbst.
Die Einnahmen aus Ghost(Pro) finanzieren gleichzeitig die Weiterentwicklung der frei verfügbaren Ghost-Software.
Was bedeutet Self-Hosting bei Ghost?
Beim Self-Hosting installierst du Ghost auf einem eigenen oder gemieteten Server.
„Eigener Server“ bedeutet dabei nicht zwingend, dass ein physisches Gerät bei dir zu Hause steht. In der Praxis wird meistens ein virtueller Server bei einem Hostinganbieter gemietet.
Du erhältst Zugriff auf das Betriebssystem und bist selbst für den technischen Betrieb verantwortlich.
Dazu gehören beispielsweise:
- Server auswählen und einrichten
- Domain verbinden
- Ghost installieren
- Datenbank konfigurieren
- SSL einrichten
- Firewall absichern
- E-Mail-Versand konfigurieren
- Backups erstellen
- Ghost aktualisieren
- Betriebssystem und Softwarepakete aktualisieren
- Fehler analysieren
- Ausfälle beheben
- Wiederherstellung testen
- Leistung und Speicherplatz überwachen
Die Ghost-Software selbst bleibt kostenlos und Open Source. Bezahlt werden die benötigte Infrastruktur und gegebenenfalls externe Dienstleistungen.
Sind die Funktionen bei beiden Varianten gleich?
Der Kern von Ghost ist grundsätzlich derselbe. Beiträge, Seiten, Mitglieder, Themes, Newsletter, Bezahlinhalte und Schnittstellen gehören nicht zu einer völlig anderen Software, nur weil du sie selbst hostest.
In der praktischen Nutzung gibt es trotzdem Unterschiede.
Ghost(Pro) bündelt verschiedene externe Dienste und die notwendige Infrastruktur zu einem verwalteten Gesamtpaket. Beim Self-Hosting musst du diese Bestandteile selbst einrichten oder durch eigene Anbieter ersetzen.
Zusätzlich gibt es bei Ghost(Pro) unterschiedliche Tarife. Nicht jede Funktion ist im kleinsten Tarif enthalten.
Besonders wichtig für individuelle Websites:
Eigene Themes können bei Ghost(Pro) nicht im Starter-Tarif hochgeladen werden. Dafür wird mindestens ein Tarif mit Unterstützung für Custom Themes benötigt.
Wenn du also ein eigenes Theme wie das Herr-Meier-Theme einsetzen möchtest, solltest du diesen Punkt bei deiner Tarifwahl berücksichtigen.
Welche technischen Voraussetzungen hat Self-Hosting?
Ghost läuft nicht auf gewöhnlichem PHP-Webspace, wie er häufig für WordPress angeboten wird.
Die offiziell empfohlene Produktionsumgebung besteht aktuell unter anderem aus:
- einer unterstützten Ubuntu-LTS-Version
- einer unterstützten Version von Node.js
- MySQL 8
- NGINX
- Systemd
- mindestens 1 GB Arbeitsspeicher
- einer registrierten Domain
- einem korrekt gesetzten DNS-Eintrag
- einem Benutzerkonto ohne Root-Rechte für Ghost-Befehle
Die Installation erfolgt üblicherweise über die Ghost-CLI. Dieses Kommandozeilenwerkzeug hilft bei der Einrichtung von Ghost, MySQL, NGINX, SSL und dem Systemdienst.
Das nimmt dir einige Arbeit ab. Es ersetzt aber kein grundlegendes Verständnis für Linux-Server.
Wenn bei einem Update die Datenbank nicht erreichbar ist, das SSL-Zertifikat Probleme verursacht oder der Speicherplatz voll ist, benötigst du weiterhin Zugriff auf den Server und musst die Ursache selbst finden.
Wie einfach ist die Einrichtung?
Ghost(Pro)
Bei Ghost(Pro) wird die technische Installation vollständig übernommen.
Du legst deine Website an, verbindest deine Domain und kannst anschließend im Ghost-Administrationsbereich arbeiten.
Deine wichtigsten Aufgaben sind:
- Seitentitel und Beschreibung festlegen
- Domain verbinden
- Theme auswählen oder hochladen
- Navigation einrichten
- Newsletter konfigurieren
- Mitgliedschaften einstellen
- Inhalte veröffentlichen
Für Menschen ohne Erfahrung in der Serveradministration ist das der deutlich einfachere Weg.
Self-Hosting
Beim Self-Hosting musst du zunächst einen passenden Server auswählen und vorbereiten.
Anschließend werden unter anderem Betriebssystem, NGINX, MySQL, Node.js und Ghost-CLI eingerichtet. Danach folgen Domain, SSL, Mailkonfiguration, Firewall und Backups.
Die eigentliche Ghost-Installation ist mit der offiziellen Anleitung gut machbar. Entscheidend ist allerdings nicht nur, ob du Ghost einmal installieren kannst.
Die wichtigere Frage lautet:
Kannst du den Server auch in sechs Monaten noch sicher aktualisieren, überwachen und bei einem Fehler wiederherstellen?
Eine funktionierende Erstinstallation ist noch keine vollständige Betriebsstrategie.
Updates und Wartung
Ghost wird regelmäßig weiterentwickelt. Die Open-Source-Software erhält häufig Updates, die Fehler beheben, Sicherheitsverbesserungen bringen oder neue Funktionen ergänzen.
Updates bei Ghost(Pro)
Ghost(Pro) übernimmt die regelmäßigen Updates automatisch.
Du musst keine Befehle auf einem Server ausführen und keine kompatible Node.js-Version verwalten. Auch die zugrunde liegende Infrastruktur wird vom Anbieter gepflegt.
Bei größeren Änderungen solltest du trotzdem kontrollieren, ob dein eigenes Theme und verwendete Integrationen weiterhin wie erwartet funktionieren.
Automatische Plattformupdates schützen nicht vor jedem Problem innerhalb eines individuell entwickelten Themes.
Updates beim Self-Hosting
Bei einer selbst gehosteten Installation bist du für die Updates verantwortlich.
Innerhalb einer aktuellen Hauptversion wird Ghost normalerweise über die Ghost-CLI aktualisiert. Vor einem Update sollte ein vollständiges Backup erstellt werden.
Bei einem Wechsel auf eine neue Hauptversion müssen zusätzlich beachtet werden:
- unterstützte Node.js-Version
- unterstützte MySQL-Version
- mögliche Änderungen an Themes
- Änderungen an APIs
- Anpassungen an Integrationen
- sogenannte Breaking Changes
- ausreichend Arbeitsspeicher und Speicherplatz
Auch das Betriebssystem, NGINX, MySQL und weitere Serverkomponenten benötigen regelmäßige Aktualisierungen.
Wer Updates über längere Zeit ignoriert, sammelt technische Schulden und möglicherweise Sicherheitsrisiken an.
Backups und Wiederherstellung
Ein Backup ist erst dann wirklich hilfreich, wenn es vollständig ist und im Notfall wiederhergestellt werden kann.
Zu einer Ghost-Sicherung gehören mindestens:
- Beiträge und Seiten
- Mitglieder
- installierte Themes
- Bilder
- hochgeladene Dateien
- Audio- und Videodateien
- Weiterleitungen
- individuelle Routen
- Konfigurationen
Backups bei Ghost(Pro)
Ghost(Pro) erstellt automatische Backups der betriebenen Websites.
Zusätzlich kannst du verschiedene Inhalte über den Administrationsbereich exportieren. Dazu gehören beispielsweise Inhalte, Mitglieder, Themes und Statistiken.
Für Migrationen, Staging oder die Schließung einer Website kann beim Support ein vollständiges Archiv angefragt werden.
Trotz der verwalteten Sicherungen halte ich es für sinnvoll, in regelmäßigen Abständen eigene Exporte aufzubewahren. So besitzt du eine zusätzliche unabhängige Kopie deiner wichtigsten Daten.
Backups beim Self-Hosting
Beim Self-Hosting bist du vollständig für deine Sicherungen verantwortlich.
Die Ghost-CLI kann ein vollständiges Backup erzeugen. Dieses umfasst unter anderem Inhalte, Mitglieder, Themes, Medien, Routen und Weiterleitungen.
Ein Backup sollte nicht ausschließlich auf demselben Server liegen wie die Website. Fällt der Server vollständig aus, kann sonst gleichzeitig die Sicherung verloren gehen.
Eine sinnvolle Strategie enthält:
- regelmäßige automatische Backups
- Speicherung an einem getrennten Ort
- mehrere ältere Sicherungsstände
- Verschlüsselung sensibler Daten
- Überwachung fehlgeschlagener Sicherungen
- gelegentliche Tests der Wiederherstellung
Die Kosten für einen externen Speicherplatz sind meistens überschaubar. Der organisatorische Aufwand wird jedoch gerne unterschätzt.
Newsletter und E-Mail-Versand
Der E-Mail-Versand ist einer der größten praktischen Unterschiede zwischen Ghost(Pro) und Self-Hosting.
Newsletter mit Ghost(Pro)
Bei Ghost(Pro) ist eine verwaltete Newsletter-Infrastruktur enthalten.
Der Anbieter kümmert sich unter anderem um:
- technische Anbindung des Versands
- Zustellbarkeit
- Bounce-Verarbeitung
- Überwachung der Versand-Reputation
- Authentifizierung der Absender
- Skalierung bei größeren Empfängerlisten
Die genauen Möglichkeiten hängen vom gewählten Tarif ab. Dazu gehören beispielsweise die Anzahl der Newsletter und die Nutzung einer eigenen Versanddomain.
Du musst nicht selbst einen Mailgun-Vertrag konfigurieren und die entsprechenden Zugangsdaten in Ghost hinterlegen.
Newsletter beim Self-Hosting
Für Systemnachrichten wie Anmelde- oder Login-E-Mails kann Ghost mit einem SMTP-Dienst verbunden werden.
Für den nativen Versand von Newslettern reicht gewöhnliches SMTP jedoch nicht aus. Ghost benötigt dafür eine Schnittstelle für Massenversand. Aktuell wird für den integrierten Newsletterversand beim Self-Hosting Mailgun unterstützt.
Das bedeutet:
- Mailgun-Konto anlegen
- Versanddomain einrichten
- DNS-Einträge setzen
- API-Zugang konfigurieren
- Kosten und Versandvolumen überwachen
- Zustellbarkeit beobachten
- Fehler bei Versand oder Authentifizierung beheben
Alternativ kannst du einen anderen Newsletterdienst verwenden und deine Mitglieder über Automatisierungen oder Schnittstellen synchronisieren. Dann verlässt du allerdings teilweise den vollständig integrierten Ghost-Workflow.
Wenn Newsletter ein zentraler Bestandteil deines Projekts sind, ist Ghost(Pro) deshalb häufig komfortabler, als der reine Hostingpreis vermuten lässt.
Statistiken und Ghost 6
Mit Ghost 6 wurden native Webstatistiken und Funktionen für das Social Web deutlich erweitert.
Beim Vergleich der Hostingvarianten ist hier ein technisches Detail wichtig:
Die klassische Installation über Ghost-CLI unterstützt nicht automatisch alle neuen, zusätzlich betriebenen Dienste in derselben Form wie Ghost(Pro).
Wer die nativen Webstatistiken vollständig selbst betreiben möchte, benötigt die neuere Docker-Compose-Variante. Diese wird von Ghost derzeit noch als Vorschau beziehungsweise Preview behandelt.
Auch der vollständig selbst gehostete Betrieb der Social-Web-Komponenten setzt zusätzliche Dienste voraus.
Für klassische Ghost-Websites bleibt die bewährte Ghost-CLI-Installation weiterhin relevant. Wer jedoch sämtliche neuen Ghost-6-Funktionen selbst hosten möchte, muss mit mehr Infrastruktur und einer noch jungen Installationsmethode rechnen.
Ghost(Pro) nimmt dir diese zusätzliche technische Ebene ab.
Geschwindigkeit und CDN
Eine Ghost-Website kann auch auf einem kleinen Server schnell laufen. Bei Besuchern aus unterschiedlichen Ländern, größeren Reichweiten oder starken Zugriffsspitzen wird jedoch eine zusätzliche Caching- und Auslieferungsschicht sinnvoll.
Ghost(Pro)
Ghost(Pro) beinhaltet ein weltweites CDN. Inhalte werden über ein verteiltes Netzwerk ausgeliefert, statt bei jedem Seitenaufruf ausschließlich vom eigentlichen Server geladen zu werden.
Das verbessert Geschwindigkeit, Stabilität und Skalierbarkeit.
Self-Hosting
Beim Self-Hosting kannst du selbst ein CDN oder einen Reverse Proxy einrichten. Dadurch erhältst du mehr Kontrolle über Cache-Regeln, Routing und Anbieter.
Diese Freiheit bringt zusätzliche Konfiguration mit sich. Fehlerhafte Cache-Einstellungen können beispielsweise dazu führen, dass Änderungen verzögert sichtbar werden oder der Ghost-Administrationsbereich nicht richtig funktioniert.
Für einen kleinen regionalen Blog ist ein komplexes CDN nicht zwingend erforderlich. Bei wachsender Reichweite sollte die Auslieferungsstrategie aber eingeplant werden.
Sicherheit und Schutz vor Angriffen
Sicherheit bei Ghost(Pro)
Ghost(Pro) übernimmt den Schutz der Hostingplattform. Dazu gehören laut Anbieter unter anderem:
- Web Application Firewall
- Schutz vor DDoS-Angriffen
- Rate Limiting
- Überwachung von Bedrohungen
- sichere SSL-Konfiguration
- regelmäßige Updates
- Kontrolle der Erreichbarkeit
Du bleibst trotzdem für sichere Passwörter, vertrauenswürdige Integrationen und angemessene Benutzerrechte verantwortlich.
Sicherheit beim Self-Hosting
Beim eigenen Server liegt die Verantwortung vollständig bei dir.
Die offizielle Ghost-Dokumentation empfiehlt unter anderem:
- Ghost ausschließlich über HTTPS betreiben
- Firewall-Regeln einrichten
- MySQL absichern
- Root-Anmeldungen per SSH deaktivieren
- Passwortanmeldungen für SSH vermeiden
- stattdessen SSH-Schlüssel verwenden
- nur notwendige Dienste erreichbar machen
- System und Software aktuell halten
Zusätzlich solltest du Protokolle, Speicherplatz, fehlgeschlagene Anmeldungen und die Erreichbarkeit der Website überwachen.
Self-Hosting bedeutet nicht zwangsläufig weniger Sicherheit. Ein gut gepflegter Server kann sehr sicher betrieben werden. Das setzt allerdings Wissen, Zeit und konsequente Wartung voraus.
Support und Verantwortung
Support bei Ghost(Pro)
Je nach Tarif erhältst du Support direkt vom Ghost-Team. Bei technischen Problemen mit der Plattform gibt es damit einen klaren Ansprechpartner.
Bei Schwierigkeiten mit einem individuell entwickelten Theme oder einem externen Dienst kann trotzdem der jeweilige Entwickler oder Anbieter zuständig sein.
Support beim Self-Hosting
Für die frei verfügbare Software stehen Dokumentationen und das Ghost-Forum zur Verfügung.
Bei einem individuellen Serverproblem bist du jedoch selbst verantwortlich oder benötigst Unterstützung von:
- deinem Hostinganbieter
- einem Systemadministrator
- einem Ghost-Entwickler
- dem Anbieter eines externen Dienstes
Gerade bei einem Ausfall kann es schwierig sein, zunächst herauszufinden, welche Komponente überhaupt verantwortlich ist.
Kontrolle und Anpassungsmöglichkeiten
Hier besitzt Self-Hosting den größten Vorteil.
Mit einem eigenen Server erhältst du direkten Zugriff auf:
- Dateien
- Datenbank
- Serverkonfiguration
- Protokolle
- Netzwerk
- Cache
- Speicherorte
- eigene Dienste
- individuelle Routingregeln
Du kannst die Infrastruktur an besondere Anforderungen anpassen und bist nicht an die technischen Grenzen eines verwalteten Tarifs gebunden.
Bei Ghost(Pro) hast du keinen direkten SSH- oder Datenbankzugriff. Das System ist bewusst als verwaltete Plattform aufgebaut.
Für die meisten Redaktionen und Creator ist diese Einschränkung kein Problem. Für Entwickler mit besonderen Anforderungen kann sie entscheidend sein.
Datenschutz und Standort der Daten
Bei beiden Varianten musst du prüfen, welche personenbezogenen Daten verarbeitet werden und welche Dienstleister daran beteiligt sind.
Bei Ghost(Pro) nutzt du die vom Anbieter bereitgestellte Infrastruktur. Zusätzlich können je nach Funktionen Stripe, E-Mail-Dienste und andere Integrationen beteiligt sein.
Beim Self-Hosting kannst du den Serveranbieter und dessen Standort selbst auswählen. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass alle Daten ausschließlich dort verarbeitet werden.
Für Newsletter, Zahlungen, eingebettete Medien, Statistiken und externe Integrationen können weiterhin zusätzliche Anbieter eingesetzt werden.
Self-Hosting bietet mehr Kontrolle über die Infrastruktur. Datenschutzkonformität entsteht aber nicht allein dadurch, dass der Server in Deutschland oder der Europäischen Union steht.
Entscheidend sind die gesamte Datenverarbeitung, Verträge, Konfigurationen und eingesetzten Dienste.
Ist Self-Hosting wirklich günstiger?
Ein kleiner virtueller Server kostet häufig weniger als ein verwalteter Ghost(Pro)-Tarif.
Damit ist aber nur die Grundlage bezahlt.
Für einen realistischen Vergleich solltest du zusätzlich berücksichtigen:
- Server
- Backup-Speicher
- Newsletterversand
- CDN
- Statistiken
- Überwachung
- Sicherheitsmaßnahmen
- Arbeitszeit
- technische Unterstützung
- Wiederherstellung bei Ausfällen
Für einen kleinen Blog ohne Newsletter und mit wenigen Besuchern kann Self-Hosting tatsächlich günstiger sein.
Sobald Newsletter, professionelle Zustellbarkeit, automatische Backups, CDN, Statistiken und regelmäßige Wartung hinzukommen, schrumpft der Preisvorteil deutlich.
Wer seine eigene Arbeitszeit nicht berechnet, kommt beim Self-Hosting fast immer zu einem zu günstigen Ergebnis.
Direkter Vergleich
| Bereich | Ghost(Pro) | Self-Hosting |
|---|---|---|
| Einrichtung | weitgehend automatisch | manuell |
| Ghost-Updates | automatisch | selbst durchführen |
| Serverupdates | werden übernommen | eigene Verantwortung |
| SSL | enthalten | selbst einrichten und überwachen |
| Backups | automatisch | selbst organisieren |
| Newsletter-Infrastruktur | enthalten | Mailgun oder externer Dienst |
| CDN | enthalten | optional selbst einrichten |
| Sicherheitsinfrastruktur | verwaltet | eigene Verantwortung |
| Produktsupport | je nach Tarif | Dokumentation und Forum |
| SSH-Zugriff | nein | ja |
| Datenbankzugriff | nein | ja |
| Serverkonfiguration | eingeschränkt | vollständig kontrollierbar |
| Änderungen am Ghost-Kern | nicht möglich | technisch möglich |
| Zeitaufwand | gering | regelmäßig erforderlich |
| Kostenstruktur | fester Tarif | mehrere einzelne Kosten |
| Custom Themes | abhängig vom Tarif | grundsätzlich möglich |
Für wen eignet sich Ghost(Pro)?
Ghost(Pro) ist wahrscheinlich die bessere Wahl, wenn du:
- möglichst schnell starten möchtest
- keine Server administrieren willst
- dich auf Inhalte konzentrieren möchtest
- Newsletter direkt über Ghost versenden willst
- automatische Updates und Backups bevorzugst
- einen zentralen Ansprechpartner möchtest
- planbare monatliche Kosten schätzt
- keine besonderen Anforderungen an die Serverumgebung hast
Auch technisch versierte Nutzer können von Ghost(Pro) profitieren. Nur weil du einen Server betreiben könntest, bedeutet das nicht automatisch, dass deine Zeit dort am besten eingesetzt ist.
Für wen eignet sich Self-Hosting?
Self-Hosting ist wahrscheinlich die bessere Wahl, wenn du:
- Erfahrung mit Linux-Servern besitzt
- vollständigen Zugriff auf Dateien und Datenbank benötigst
- eigene Dienste neben Ghost betreiben möchtest
- besondere Routing- oder Infrastrukturregeln brauchst
- deinen Hostingstandort gezielt wählen willst
- eine sehr kleine Website günstig betreiben möchtest
- Updates, Backups und Sicherheit zuverlässig übernehmen kannst
- im Fehlerfall selbst reagieren kannst
Self-Hosting eignet sich außerdem für Entwickler, die Ghost als Teil einer größeren technischen Architektur einsetzen möchten.
Meine Empfehlung
Wenn du bei Begriffen wie SSH, NGINX, MySQL, DNS und Systemd erst recherchieren müsstest, ist Ghost(Pro) wahrscheinlich die vernünftigere Wahl.
Du kannst zwar mit einer guten Anleitung eine Ghost-Installation aufsetzen. Der dauerhafte Betrieb ist jedoch wichtiger als die einmalige Installation.
Wenn du bereits Server betreibst, automatisierte Backups eingerichtet hast und weißt, wie du einen ausgefallenen Dienst analysierst, bietet Self-Hosting maximale Kontrolle.
Meine vereinfachte Empfehlung lautet:
Ghost(Pro) eignet sich für Menschen, die Ghost nutzen möchten.
Self-Hosting eignet sich für Menschen, die Ghost und gleichzeitig einen Server betreiben möchten.
Beides kann die richtige Entscheidung sein. Es sind nur zwei unterschiedliche Aufgaben.
Fazit: Komfort gegen Kontrolle
Ghost(Pro) und Self-Hosting verwenden grundsätzlich dieselbe Publishing-Plattform. Der eigentliche Unterschied liegt in der Verantwortung.
Bei Ghost(Pro) bezahlst du dafür, dass Installation, Updates, Backups, Newsletter-Infrastruktur, Sicherheit und Auslieferung weitgehend übernommen werden.
Beim Self-Hosting erhältst du maximale Kontrolle. Dafür musst du die gesamte technische Umgebung selbst betreiben oder jemanden dafür bezahlen.
Ein kleiner Server kann auf der Rechnung günstiger aussehen. Sobald du alle benötigten Dienste und deine Arbeitszeit einbeziehst, ist der Unterschied häufig wesentlich kleiner.
Für die meisten Creator, Blogger und kleinen Redaktionen ist Ghost(Pro) der einfachere und verlässlichere Einstieg.
Für erfahrene Administratoren, Entwickler und Projekte mit besonderen Infrastruktur-Anforderungen bleibt Self-Hosting eine leistungsfähige Alternative.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:
„Welche Variante kostet weniger?“
Sondern:
„Wie viel technische Verantwortung möchte ich dauerhaft übernehmen?“
Häufige Fragen zu Ghost(Pro) und Self-Hosting
Ist die selbst gehostete Ghost-Version kostenlos?
Ja. Die Ghost-Software ist Open Source und kann kostenlos verwendet werden. Kosten entstehen trotzdem für Server, Domain, Backups, Newsletterversand und gegebenenfalls weitere Dienste.
Kann Ghost auf normalem Webspace installiert werden?
In der Regel nicht. Ghost benötigt Node.js und eine geeignete Serverumgebung. Klassischer PHP-Webspace ohne entsprechenden Serverzugriff reicht normalerweise nicht aus.
Kann ich mein eigenes Theme bei Ghost(Pro) verwenden?
Ja, sofern dein gewählter Ghost(Pro)-Tarif eigene Themes unterstützt. Der Starter-Tarif erlaubt derzeit keine Custom Themes.
Benötige ich beim Self-Hosting Mailgun?
Für den nativen Newsletterversand wird aktuell Mailgun benötigt. Für normale System- und Transaktionsmails kann ein anderer SMTP-Dienst verwendet werden. Wenn du keinen Newsletter über Ghost versendest, brauchst du Mailgun dafür nicht.
Erstellt Ghost beim Self-Hosting automatisch Backups?
Du bist selbst für eine verlässliche Backupstrategie verantwortlich. Über die Ghost-CLI kannst du vollständige Sicherungen erstellen. Diese sollten zusätzlich automatisiert und an einem getrennten Ort gespeichert werden.
Kann ich später von Ghost(Pro) zum Self-Hosting wechseln?
Ja. Inhalte, Mitglieder und Themes können exportiert beziehungsweise für eine Migration bereitgestellt werden. Ein Wechsel sollte trotzdem sorgfältig vorbereitet werden, insbesondere bei Bildern, Integrationen, Newsletterkonfiguration und DNS-Einstellungen.
Kann ich von Self-Hosting zu Ghost(Pro) wechseln?
Ja. Auch dieser Wechsel ist möglich. Inhalte, Mitglieder, Bilder, Themes, Weiterleitungen und individuelle Routen müssen dabei vollständig berücksichtigt werden.
Ist Self-Hosting sicher?
Self-Hosting kann sicher sein, wenn der Server fachgerecht eingerichtet, regelmäßig aktualisiert und überwacht wird. Ohne ausreichende Wartung kann es jedoch unnötige Risiken verursachen.
Was passiert, wenn meine selbst gehostete Website ausfällt?
Du musst den Fehler selbst beheben oder Unterstützung beim Hostinganbieter beziehungsweise einem Administrator suchen. Bei Ghost(Pro) wird die Plattform vom Anbieter überwacht und betrieben.
Welche Variante ist für Anfänger besser?
Für Anfänger ist Ghost(Pro) normalerweise besser geeignet. Self-Hosting lohnt sich vor allem, wenn du bereits Erfahrung mit Linux-Servern und dem Betrieb von Webanwendungen besitzt.